Jan Ullrich im großen Eurosport-Interview zur Tour de France

27 Juni 2024 - Letzte Aktualisierung 1 Juli 2024

Jan Ullrich blickt im exklusiven Interview mit Eurosport auf die am Samstag beginnende Tour de France 2024 voraus: Der Sieger der Frankreich-Rundfahrt 1997 wird am 2. und 3. Juli Studiogast im Velo Club von Eurosport sein und dort den Radsportfans seine Experten-Analyse zum Renngeschehen liefern. Im großen Eurosport-Gespräch mit Online-Chefredakteur Thomas Janz schätzt Ullrich die Siegchancen der Stars und die besondere Streckenführung der 111. Tour de France ein.

 

  • „Double für Pogacar auf jeden Fall machbar“
  •  „Ich glaube nicht, dass  Vingegaard nach dem Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt um den Sieg mitfahren kann“
  • „Ein schweres Zeitfahren – und das ist die letzte Etappe in Nizza – kann die Gesamtwertung komplett auf den Kopf stellen“

 

Das große Ullrich-Interview ist nun auf Eurosport.de verfügbar: Eurosport.de Interview mit Jan Ullrich Auszüge für ihre redaktionelle Berichterstattung bei entsprechender Quellenkennzeichnung im Folgenden:

Jan Ullrich über …

… die Tour-Chancen von Titelverteidiger Jonas Vingegaard nach seiner schweren Verletzung schon:

„Ich glaube nicht, dass er mit diesem langen Ausfall nach dem Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt im Frühjahr um den Sieg mitfahren kann. Sein Team hat im Vorfeld gesagt, er werde nur starten, wenn er topfit ist. Aber es fehlen vier, fünf Wochen Training und daher glaube ich nicht, dass er um den Sieg mitfahren kann.

… Tadej Pogacar, der im Mai den Giro d'Italia überlegen gewonnen hat und nun den Double-Versuch wagt. Ist das machbar?

„Ja. Pogacar ist einen grandiosen Giro gefahren und hat ihn mit fast zehn Minuten Vorsprung gewonnen. Und das, obwohl er gesagt hat, er sei noch nicht in Topform und wäre mehr aus dem Training heraus gefahren. Da bin ich gespannt, was er zeigt, wenn er wirklich in Topform ist! Er hat ein gutes Team und auch einen guten Trainer um sich. Pogacar weiß, dass die Tour de France diesmal in der letzten Woche besonders schwer ist und musste deshalb jetzt etwas haushalten. Aber mit der Konstellation, dass Vingegaard aus einer Verletzungspause kommt, ist es auf jeden Fall machbar.“

… auf die Frage, ob Red Bull-Bora-hansgrohe mit Neuzugang Primoz Roglic auch eine Siegchance hat?

„Definitiv, die haben sie! Denn wir wissen: Radsport ist nicht komplett programmierbar. Ein Sturz, eine Verletzung oder auch einfach ein Magen-Darm-Virus kann dem besten Fahrer den Tour-de-France-Sieg kosten. Bora ist gut aufgestellt. Roglic hat zuletzt seine sehr gute Form bewiesen – zusätzlich war er ja nochmals im Höhentrainingslager. Die Chance ist auf jeden Fall da.“

… über die Schwierigkeiten bei dieser Tour de France

„Anders als zu meiner aktiven Zeit - als zu Beginn in der ersten Woche die Sprintetappen anstanden und wir uns für die Berge  einrollen konnten -, geht es jetzt schon in Italien gleich schwer los. Es ist wellig und man muss aufpassen, sich aus Stürzen herauszuhalten. Und schon auf der 4. Etappe beginnt mit dem Galibier der Anstieg in die Berge. Das bedeutet: Die Fahrer müssen schon mit 99 Prozent Form in die Tour reingehen. Am Ende führt die Strecke über die Pyrenäen wieder zurück in die Alpen für eine schwere Final-Woche mit sehr hartem Zeitfahren zum Abschluss in Nizza.“

… Die Tour endet erstmals seit 1989 mit einem Zeitfahren. Was ist auf diesem Kurs in Nizza möglich?

„Alles, denn ein schweres Zeitfahren – und das ist die letzte Etappe in Nizza – kann die Gesamtwertung in einem engen Feld komplett auf den Kopf stellen. Für die Zuschauer ist es toll, auch weil Teil des diesjährigen Zeitfahrens ein für die letzte Etappe ungewöhnlich harter Anstieg ist. Wir erinnern uns: Vor vier Jahren hat Pogacar auf der vorletzten Etappe an der Planche des Belles Filles im schweren Bergzeitfahren Roglic noch abgefangen. Und was auch interessant ist: Die Spannung wird so einen zusätzlichen Tag gehalten, anders als bisher, wenn die Schlussetappe nur noch locker nach Paris gebracht wird. Was bei einem finalen Zeitfahren herauskommen kann, das haben wir damals 1989 mit Greg LeMond und Laurent Fignon beim Krimi um einen minimalen Vorsprung erlebt, der am Ende nur acht Sekunden betrug. Auch dieses Mal kann etwas Besonderes passieren am letzten Tag!“

Sendehinweis: Eurosport 1 berichtet im Free-TV mehr als 105 Stunden live von der Tour de France 2024. Im Anschluss an jede Etappe ordnet die Analyse-Show “Velo Club” sportliche Geschehen ein. Beim Streamingdienst discovery+ ist jede Etappe in voller Länge und ohne Werbeunterbrechungen live und Abruf zu sehen.

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Dominik Mackevicius

Communications & PR Manager

Leitung Brand Communications